Wir über uns


Nachdem der langjährige Leiter des Musikvereins, Heinrich Dehn, Ende 1992 die Führung in jüngere Hände übergeben wollte, kam die Mitgliederversammlung überein, entsprechend der Vereinssatzung einen vollständigen Vorstand zu wählen, so dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wurde. Mit Michael Staubach als erstem Vorsitzenden gab sich der Verein zum 1.7.1993 eine den neueren Erfordernissen angepasste Satzung. In der folgenden Zeit entwickelte der Verein nach und nach neue Strukturen, z.B. hinsichtlich der Erweiterung des mehrstimmigen Spielens in den Musikgattungen, der Erweiterung des Repertoires oder auch der Nachwuchsförderung. Mit dem zwischenzeitlich als Übungsleiter und Dirigent tätigen Walter Hansel veranstaltete der Verein im Oktober 1994 einen Ausflug nach Berlin. Die Mitwirkung beim Festgottesdienst der Kolpingfamilie Spandau, ein erfolgreiches Konzert vor einer größeren Hörerschaft im Hotel Esplanat, sowie das Rahmenprogramm und die Begleitumstände des Verkehrsstaues bleiben in nachhaltiger Erinnerung. Die Geselligkeit innerhalb des Vereins wurde in diesen Jahren durch weitere Ausflüge, z.B. Weinfest in Abtswind, Heilbronn und Cannstätter Wasen, sowie verschiedenen Fahrradtouren mit Grillfeiern bzw. Kartoffelbraten gepflegt.

Im Jahre 1997 übernahm Martin Fischer den Vorsitz des Musikvereins. Der bisher eingeschlagene Weg konnte unter seiner Amtsführung fortgesetzt und weiter ausgebaut werden. Einige Bläser nahmen an Fortbildungsseminaren teil und auch die Integration der Jungbläser wurde vorangetrieben. Mit Anton Thrin fand der Verein im Laufe des Jahres 1997 nach längerer Suche einen neuen Dirigenten. Durch Erweiterung des Notenmaterials und Umstellung im Übungsablauf konnten schon bald erste Erfolge hinsichtlich Qualität und Präsentation registriert werden. Erstmals wurde 1998 der traditionelle Rosenmontagszug vom Musikverein musikalisch angeführt. Der Mitgliederstand sowohl der Aktiven als auch der Passiven wuchs in der Folgezeit stetig (bis zu 50 Aktive inkl. Jungbläser), und die Anfragen nach Ausbildung von Nachwuchsbläsern häuften sich zusehends. Das Jahr 1999 hatte als musikalischen Höhepunkt die Mitgestaltung der Primiz von Wolfgang Thrin. Seit dem Jahreswechsel 1999/2000 wird der Musikverein, nach entsprechender Satzungsänderung, als eingetragener, gemeinnützige Ziele verfolgender Verein geführt. Im Mai 2000 wurde zur Intensivierung der Übungsarbeit, aber auch zur Förderung der Geselligkeit, erstmals ein Übungswochenende in Hilders abgehalten. Außerdem änderte sich das Übungskonzept dahingehend, dass verstärkt getrennte Registerproben durchgeführt wurden, wodurch die Übungszeit effektiver nutzbar ist. Musikalisch erfolgte durch Integration von Querflöte und E-Gitarre eine weitere Verbesserung des Klangbildes. Auf dem Gebiet der Ausbildung wurde erstmalig der externe Weg in anderen Musikschulen gewählt.

Seit dem Jahr 2001 führt Thomas Rodemer den Verein. Verstärkt konnten aktive Mitglieder auch außerhalb der Kernstadt gewonnen werden. Eine einschneidende Veränderung für den Verein war die mit hohem finanziellen Aufwand verbundene Anschaffung einer Musikanlage sowie die Integration eines Gesangsduos. Diese, nach langer und intensiver Diskussion getroffene Entscheidung erwies sich innerhalb kürzester Zeit als gerechtfertigt. Im Oktober 2001 wurde erneut ein Übungswochenende in Hilders verbracht. Zu den Höhepunkten des Jahres 2001 zählte der Auftritt bei den Rollski-Europameisterschaften in Herbstein und vor allem das in Eigenregie organisierte und mit den Chören aus Lanzenhain und Rixfeld durchgeführte festliche Weihnachtskonzert. Auch das Jahr 2002 brachte, neben den alljährlich wiederkehrenden kirchlichen Anlässen, eine immer größer werdende Anzahl von Auftritten. Dies resultierte zum einen sicher aus dem Erwerb der Verstärkeranlage mit Angliederung des Gesangs, vor allem aber aus dem großen Engagement der Aktiven.

Die für das Jubiläumsjahr 2003 vorgesehene Anschaffung neuer Uniformen konnte nach längerem Abwägen realisiert werden. Mit Hilfe der Stadt Herbstein, einiger Sponsoren und auch einem Eigenbeitrag der Aktiven war der Verein in der Lage, diesen finanziellen Kraftakt zu bewältigen. Öffentlich vorgestellt wurde die neue Uniform beim wiederum in eigener Regie durchgeführten Frühjahrskonzert am Ostersonntag 2003.

Diese, vor über 400 Zuhörern im vollbesetzten Haus des Gastes veranstaltete und sehr gelungene Darbietung bildete den Auftakt der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des Vereins, der sich seit dem 5. Mai 2003 auch im Internet präsentiert. Weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr waren ein Sommerfest auf dem Marktplatz in Herbstein, das Benefizkonzert zu Gunsten der Behinderteneinrichtungen in Herbstein mit dem Hessischen Polizeiorchester und der Vereinsausflug ins sonnige Antholz/Südtirol mit einigen anstrengenden Auftritten.

      

Obwohl die neue Uniform noch nicht lange angeschafft wurde, kam bei den Damen des Vereins der Wunsch nach einer Veränderung ihrer Kleidung auf. So wurden nach einigen Diskussionen im Jahr 2006 unsere Damen mit neuer Tracht eingekleidet.

Resümierend lässt sich feststellen, dass sich der Musikverein Herbstein 1913 e.V., trotz einiger schwierigen Phasen, vor allem in den letzten 35 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat, er ein bedeutender Kulturträger innerhalb der Stadt Herbstein ist und dass bei zur Zeit über 40 Aktiven dem 100jährigen Bestehen hoffnungsvoll entgegengesehen werden kann.